Samstag, 7. April 2012

Venedig, September 2009

 24.09.09: Am Canale Grande herrscht ein Verkehr wie zu Stosszeiten am Bellevue. Die Vaporetti fahren im Minutentakt vorbei, dazwischen tummeln sich die Wasserttaxis, Gondeln, Polizeiboote, Transportboote, privaten Motorboote und kleine Ruderboote. Wie immer sind die Vaporetti gestossen voll, Touristen und Italiener teilen sich geduldig den viel zu knapp bemessenen Platz. Es ist 18.30 Uhr, ich sitze in einem Restaurant beim Bahnhof direkt am Wasser und schaue zu. Um 19.30 Uhr fährt mein Zug nach Vicenza, wo ich übernachten werde, bevor ich nach Hause fahre. Die Biennale war für mich eine Entdeckung, nach den vollgestopften Gassen nahe des San Marco die Giardini eine Wohltat. Dorthin verirren sich offensichtlich nur noch die Kunstinteressierten, es ist wesentlich weniger voll und auch sehr angenehm unter den alten Bäumen. Ich hatte keine Ahnung, wie gross die Biennale ist. Ein Tag reicht da bei weitem nicht aus. Aber ich bin total "angefixt" und werde auf jeden Fall in zwei Jahren für eine Woche nach Venedig kommen, und mir die Biennale in Ruhe anzusehen.
Heute Morgen hatte ich mir überlegt, ob ich Venedig ganz fallen lassen und stattdessen einen Tag länger in Triest bleiben soll. Ich bin froh, habe ich mich für Venedig entschieden, obwohl ich mich zuerst nur geärgert und gedacht habe, ich sein bloss zum Warten hierher gefahren: bei der Gepäckaufgabe, bei der Kasse des Vaporetto, bei der Haltestelle des Vaporetto, an der Kasse der Biennale... Venedig quillt im Sommer über von Touristen, entsprechend wenig Bewegungsfreiheit gibt es überall da, wo alle durchmüssen. Und doch: Bei allem Gedränge bleibt das geschichtsträchtige Venedig mit seinem verblichenen Glanz, seiner einmaligen Lage und Architektur und seinem grossartigen kulturellen Angebot eine der faszinierensten Destinationen auf dieser Welt.
Nachtrag
Ich habe meinen Vorsatz ausgeführt und bin für eine Woche an die Biennale gekommen. Nicht allein, für Aufzeichnungen reichte es nicht. Deshalb mein nächster Vorsatz: Ein drittes Mal, aber wieder allein und ganz nach meinem Rhythmus und meinen Interessen…

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